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Elmer, du hast das drei Mal gelesen. -Wie viele Tage sind noch übrig? -Siebzehn. Tøger? Was machst du zu Weihnachten? Dasselbe wie letztes Jahr. Es ist eine Familientradition. „Hallo, lieber Junge. Weihnachten ist fast hier. Ich möchte dir mitteilen, dass ich wieder beruflich verreisen musste. Ich verspreche, das ist das letzte Mal. Ich werde dir bald dein Geschenk schicken. Beste Grüße von deinem Vater.“ Wenn Weihnachten kommt, trinkt er sowieso wie verrückt. Also, wenn er nicht gerade irgendwo einbricht. Aber er hätte wenigstens meine Schwester erwähnen können. -Vielleicht hatte er keine Zeit dazu? -Vielleicht ist es ihm einfach gal. Warte! Da steht noch etwas. „PS: Deiner Schwester geht es gut. Heute Früh erzählte sie mir von einem Traum, den sie hatte.“ Sei still, Elmer. „Wir sind alle mit Apollo ins Weltall geflogen. Wir haben überall Sterne gesehen -und sind auf einem unbekannten Planeten gelandet.“ Elmer, hör auf. Gib ihn mir. „Du und deine Schwester seid wie Gummibälle herumgehüpft. Ihr seid Feuerbällen nachgejagt, die in euren Händen vibrierten und summten. Ihr habt sie als Taschenlampen benutzt, um den Weg zurück zur Rakete zu finden. Deine Schwester war müde, -also hast du sie den ganzen Weg auf deinen Schultern getragen -während sie gelacht und deine Haare zerzaust hat. Wir können es nicht erwarten, dich zu sehen. Deine Schwester hat große Sehnsucht nach dir. Alles Liebe, dein Vater.“ Kannst du meinen lesen? Wir brauchten nicht lange, um Elmers Gabe zu erkennen. Obwohl sie selbst lesen konnten, zogen sie vor, wenn es Elmer für sie tat. Wir hörten Geschichten vom Mond und fernen Planeten mit seltsamen Namen. Ich glaube, er hat das genauso sehr genossen wie wir. Er las von Schwerelosigkeit und Raumanzügen, -und Schlachten mit Schleimmonstern, die man unterwegs besiegen musste. Zum ersten Mal fühlten wir uns als Teil von etwas Größerem außerhalb Gudbjergs. Das ist ein Gefühl, das man nicht vergessen sollte. Genauso, wie man nicht vergessen sollte, dass man manchmal ein Geist sein sollte. Elmer. Elmer, wach auf. Elmer, komm. -Komm mit mir mit. -Nein, warten Sie. -Ich komme mit Ihnen mit. -Was bildest du dir ein? Du kleines Miststück! Leg dich hin, verdammt noch mal! Widerlich! Komm schon. Komm. Ich möchte nur, dass du mir etwas vorliest. Gut. Elmer… Ich mag dich. Ich mag dich sogar sehr. Aber wenn du nicht tust, was ich dir sage, -wird dein Bruder den Preis dafür bezahlen. Elmer, hör auf. Hör auf damit, es reicht! Geh weg! Geh weg! Ich habe den Jungen, der die Post erledigt, im Waschraum gefunden. Ein schrecklicher Anblick. Die Jungs haben versucht, ihn aufzuwecken. Ich habe keine Ahnung, was passiert ist. Wir müssen es herausfinden. Er wurde attackiert und misshandelt. Das passiert manchmal. Die Jungs kommen aus verdorbenen Familienverhältnissen. Sie sind in der Pubertät und sie experimentieren. Das hat nichts mit Experimentieren zu tun! Er kann kaum gehen. Er wurde niedergehalten, und… Wir können nicht ausschließen, dass er selbst daran schuld war. Ich habe gehört, dass es Probleme mit seinem Bruder gegeben hat. -Es ist nicht unwahrscheinlich… -Sie glauben, dass es seine Schuld war? Er will nichts dazu sagen. Das deutet schließlich darauf hin. Ich möchte ihn zur Untersuchung in ein Krankenhaus bringen. Ich habe ihn bereits untersucht. Es ist nicht so schlimm, bald geht es ihm besser. Das darf unter keinen Umständen jemals wieder passieren. Toft Lassen, wie ich zuvor gesagt habe, sind Sie für diese Jungs verantwortlich. -Sie haben versagt. -Aber ich hatte doch keine Nachtschicht. Dann werden Sie ab jetzt jede Nacht dort sitzen, bis es die Jungs kapiert haben. Zum nächsten Punkt auf der Tagesordnung. Die Aufsichtsbehörde wird eine Inspektion durchführen. -Aber… -Was erwarten Sie von mir? Der Junge erzählt uns nichts. Sollen wir es aus ihm herausprügeln? Sollen wir ihn in ein Krankenhaus bringen und haltlose Gerüchte in die Welt setzen? Ich wünschte, es wäre anders. Wir können nur sicherstellen, dass so etwas nie wieder passiert. Die Aufsichtsbehörde wird uns besuchen. Gudbjerg wird sich von der besten Seite… Elmer, es ist wichtig, dass du uns erzählst, was passiert ist. Wenn du das nicht tust, kann ich dir nicht helfen. Elmer. Der Täter muss bestraft werden. Es ist nicht in Ordnung, so etwas zu tun. -Wir sind fertig. Dürfen wir gehen? -Elmer. Hör mit bitte zu. Wenn der Junge nicht bestraft wird, könnte er es wieder tun. Verstehst du? Du bist verpflichtet zu sagen, wer es war. -Sonst wird er… -Es war keiner von den Jungs! Erik? Bei der jährlichen Inspektion sah Elmer schon fast wieder normal aus. Die Blutergüsse wurden auf Befehl des Leiters mit Make-up überschminkt. Aufgepasst, Jungs! Zu diesem besonderen Anlass trugen wir alle unsere Sonntagsanzüge. -Wir sollten das öfter machen. -Ja, das sieht hier alles sehr gut aus. Nicht, dass er uns bemerkt hätte. Gehen wir Mittagessen. Die große Besichtigung kommt danach. Aber das war egal. Zurück in die Werkstätten, los! Erik und Elmer hatten nur noch wenige Tage zu bleiben. Und das fühlte sich fast so gut an, als dürfte man selbst gehen. -Weißt du es zu schätzen, hier zu sein?

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